Die Neustraße im Wandel der Zeit – eine Straße erzählt Stadtgeschichte

von Maike Scheufele

Wir im Stadtarchiv erleben die Veränderungen der Neustraße gerade aus nächster Nähe: Unser Gebäude grenzt mit seinem Hof direkt an die Straße, und der Teilabriss des Hauses Nr. 56 ist für uns täglich sichtbar. Das nehmen wir zum Anlass, gemeinsam mit euch auf die Geschichte einer der ältesten Straßen Naumburgs zu schauen.

Bereits 1314 wird die Neustraße in einem Geschossregister erwähnt. Diese historischen Verzeichnisse erfassten Grundstücke und Gebäude sowie die darauf erhobenen Abgaben.

Früher stand hier auch ein Laufbrunnen, der von der Wasserkunst an der Wenzelsmauer gespeist wurde. Beim Bombenangriff 1945 wurde er ebenso wie zahlreiche Häuser der Straße beschädigt. Später wurde er zum Verkehrshindernis. Seine einstige Position lässt sich heute noch an der kreisförmigen Pflasterung erkennen.

Ein bedeutendes Gebäude ist die Münze (Nr. 46) mit der markanten Platane im Garten. 1995 galt die Neustraße laut einem Presseartikel als „schlechteste Straße Naumburgs“, 1996 wurde sie saniert. Im Jahr 2000 musste die Ruine eines Barockhauses an der Ecke Wenzelsstraße wegen Einsturzgefahr abgebrochen werden.

Nun verändert der Teilabriss von Haus Nr. 56 das Straßenbild erneut. Historische Fotos und Bauakten im Stadtarchiv halten solche Veränderungen fest.

Ein kleines Kuriosum: Der Durchgang zur Wasserkunst hat offenbar keinen eigenen Namen. Wie nennt ihr die Gasse?

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